Warum das Eigenheim keine sinnvolle Geldanlage ist

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Die heutige Zeit wird immer unruhiger und hektischer.

Immer mehr Menschen möchten sich daher für das Alter oder für plötzlich auftretende finanzielle Probleme und Krisen absichern. Einige wählen dazu klassische Geldanlage wie Tagesgeldkonten, Anleihen oder Versicherungsverträge, während sich andere für die Zukunftsabsicherung in Form eines Eigenheims entscheiden.

Allerdings stellt das Eigenheim als Geldanlage keine gute Alternative dar!

Deutlich zeigt sich dies an mehreren Faktoren die ich im heutigen Artikel einmal genauer unter die Lupe nehmen möchte.

In diesem Artikel erfährst du, warum das Eigenheim keine Geldanlage ist.

Leider ist dies in den Köpfen der meisten Deutschen noch immer tief verankert. Man spart sich doch die Miete und kann das Eigenheim später ja wieder mit Gewinn verkaufen, hört man diese Menschen dann oft sagen. Doch eine selbstgenutzte Immobilie ist keine Geldanlage im klassischen Sinn.

Oder erhälst du etwa jeden Monat ein passives Einkommen dadurch, das du in einem Eigenheim wohnst? Wohl eher nicht!

Schlimmer noch: Es kommen ganz erhebliche monatliche Kosten auf dich zu, wenn du ein Eigenheim baust und dort lebst.

Ist ein Eigenheim als Geldanlage sinnvoll?

Eigenheim als Geldanlage sinnvoll?

Eigenheim als Geldanlage sinnvoll?

Jeder möchte gern ein Leben lang in einem eigenen Haus wohnen. Der Traum vieler Deutschen ist nach wie vor ein Haus zu bauen. Zudem wird der Gedanke dadurch attraktiv, dass dieses dann auch noch eine Geldanlage darstellt.

Verstehe mich nicht falsch… ein Eigenheim hat natürlich seine Vorzüge gegenüber einer Immobilie in der man zur Miete wohnt. Doch meist sind es emotionale Gründe warum man ein Eigenheim bauen sollte. Aus Sicht eines Immobilieninvestors ist ein Eigenheim keine Geldanlage.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, dass das Haus nicht mehr attraktiv genug erscheint. Mitunter gibt es keine Chance mehr, die Mehrbelastungen zu bewältigen. Von vielen Menschen wird in diesem Fall der Verkauf als Alternative gewählt. Schließlich besitzt das Haus ja einen gewissen Wert. Jedoch ist dies in Abhängigkeit vom derzeitigen Markt zu sehen, dessen Einschätzung unterschiedlich erfolgt.

Eine besondere Empfehlung ist der Standort der Immobilie, in einer positiven Lage wie einer attraktiven Großstadt, was den Verkauf des Hauses wesentlich einfacher gestaltet. Zu spüren ist dies in der Regel beim Kaufpreis, der höher ausfällt.

Insofern handelt es sich bei einem Eigenheim zunächst um keine Geldanlage.

Das Problematische an einem Verkauf stellt die Situation des plötzlich erforderlichen Verkaufs vom einst als Geldanlage gedachten Haus dar. Mitunter bewegen sich die Preise genau in dieser Situation nicht in einem günstigen Bereich. Dies kann bei einem Verkauf zu einem finanziellen Verlust für den bisherigen Eigenheimbesitzer führen, so dass von der Geldanlage nichts bleibt.

Erschweren kann sich die Situation, sofern das Finden eines Käufers für das Eigenheim nicht gelingt.

Die nächste Möglichkeit, die keinem Eigenheimbesitzer zu wünschen ist, wäre ein Zwangsverkauf über die Bank, die den Kauf finanziert hat. Oft ist dies der Weg zurück in die Mietwohnung, wobei die Verpflichtung zur Rückzahlung des Bank-Darlehens weiterhin bei den früheren Eigenheimbesitzern verbleibt.

Du verpflichten dich auf lange Zeit

Ein Eigenheim kostet dich Geld

Ein Eigenheim kostet dich Geld

Einer der wichtigen Aspekte für die Wahl von einem Eigenheim als Geldanlage stellt der Wegfall der Mietzahlung dar. Dies ist wohl der meist genannte Grund warum man ein Eigenheim bauen sollte.

Es klingt zunächst unglaublich gut, wenn das Geld für eigene Zwecke in Anspruch genommen wird und du keine Miete mehr zahlen musst. Allerdings stehen dazwischen noch etwa 20 Jahre an monatlichen Zahlungen an die Bank, mitunter auch an die Bausparkasse. Ein Eigenheim kostet dich also erstmal jeden Monat Geld, in Form der Raten die du an die Bank zahlst, anstatt das du dadurch welches verdienst.

Jetzt werden aber viele sagen: „Moment! Dafür bezahle ich ja keine Miete und zahle damit sozusagen mein eigenes Haus ab, das mir dann später einmal gehört.“

Das mag sein. Doch eine sinnvolle Investition bringt dir bereits vom ersten Moment an einen positiven Cashflow. Das sind bei Immobilieninvestitionen die monatlichen Mieten die du von deinen Mietern erhälst. Bei einem Eigenheim verdienst du nur Geld, wenn du es später verkaufst. Und dann auch nur, wenn du es auch wirklich zu dem gewünschten Preis verkaufen kannst.

Das eigene Heim scheint ein Vermögenswert zu sein, der jedoch nicht wirklich den Besitzern gehört.

In Wirklichkeit ist ein Eigenheim daher kein Vermögenswert, sondern eine Verbindlichkeit. Robert Kiyosaki hat dies in seinem Bestseller „Rich Dad, Poor Dad“ sehr treffend beschrieben.

Der Unterschied zwischen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ist eigentlich ganz einfach: Eine Verbindlichkeit zieht dir das Geld aus der Tasche, während ein Vermögenswert neues Geld in deine Tasche fließen lässt!

Ein neues Auto, der neue Flatscreen-TV oder die neue Waschmaschine – das alles sind Verbindlichkeiten, da sie Geld kosten und mit der Zeit ihren Wert verlieren (und im schlimmsten Fall sogar noch weitere Kosten verursachen). Aktien, Geldanlagen und Immobilien dagegen sind Vermögenswerte – sie spülen Geld in deine Tasche (durch Zinsen, Renditen oder Mietzahlungen). Den Unterschied werden ich aber in naher Zukunft noch in einem extra Artikel ausführlicher beschreiben.

Doch zurück zu unserer Hypothese, dass ein Eigenheim eine Geldanlage sei.

Schon ins Grundbuch eingetragene Hypotheken können den Alltag enorm belasten. Kommt der Super-Gau in Form einer schweren Erkrankung oder eines Verlustes des Arbeitsplatzes hinzu, nutzt der schönste Traum einer Geldanlage in Form eines Eigenheims nichts mehr.

Schwimme nicht mit dem Strom

Schwimme nicht mit dem Strom

Schwimme nicht mit dem Strom

Es ist keine gute Alternative, den Erwerb von einem Eigenheim durchzuführen, nur weil dies alle Freunde und Bekannten planen.

Und ich sage es nochmal: Verstehe mich bitte nicht falsch! Es ist überhaupt nichts verkehrt daran, mit dem Bau eines Eigenheims den eigenen Traum wahr werden zu lassen. Für viele ist das eigene Heim einer der größten Träume im Leben und das ist völlig in Ordnung. Mir selbst geht es nicht anders.

Was man allerdings nicht tun sollte, ist, das Ganze als eine vernünftige, rationale Geldanlage hinzustellen. Vor sich selbst, vor der Bank oder vor Freunden und Bekannten.

Keiner sollte einen Trend gerade bei einer Geldanlage nachmachen, weil dies in der Regel keine gute Basis darstellt. Für den Moment mag die Welt in Ordnung sein, doch kann dieses schlaflose Nächte nach sich ziehen, sofern unerwartete Ereignisse eintreten.

Auf der anderen Seite stehen die, bei anfallenden Reparaturen entstehenden Unkosten. Nun ist kein Vermieter mehr da, der für die Unkosten aufkommt.

Ein Eigenheim ist eine wunderbare Vorsorge für das Rentenalter… das denkt zumindest noch immer die Mehrheit der Deutschen. Schließlich stehen dann keine weiteren Rentenzahlungen an. Allerdings ist dieser Aspekt nur in einem geringen Maße zutreffend.

Ein Eigenheim ist eine Verbindlichkeit

Ein Eigenheim ist eine Verbindlichkeit

Ein Eigenheim ist eine Verbindlichkeit

Es handelt sich bei einem Eigenheim um eine lebenslange Verbindlichkeit.

Dabei spielt die vollständige Bezahlung des Eigenheims keine Rolle. Selbst wenn du als Besitzer eines Eigenheim später einmal in Rente gehst, entstehen jedes Jahr weitere Kosten, wobei ein Anstieg allein durch gesetzliche Gebührenerhebungen erfolgen kann.

Dazu gehören Grundsteuern, Müllgebühren oder mögliche teilweise kostenintensive Reparaturen die du selbst tragen musst.

Bei einer Immobilie in der du zur Miete wohnst, würde dies der Vermieter für dich übernehmen und du kannst dir durch den Wegfall dieser Zahlungen ein nettes finanzielles Polster aufbauen und sdich um die Vermögensbildung kümmern.

Schnell kann sich der Gedanke an eine Geldanlage ins Gegenteil verändern. Ich empfehle an dieser Stelle immer gerne das Buch „Kaufen oder Mieten?“ von Gerd Kommer. Jeder der sich mit dem Gedanken befasst ein Haus zu bauen sollte dieses Standardwerk gelesen haben! Oder du informierst dich intensiv über Immobilien und Hausbau.

Ein Eigenheim kann sich ebenso als problematisch erweisen, wenn Besitzer zu Pflegefällen werden. In diesem Fall kann das Eigenheim schnell zu einer großen Last werden.

Schließlich hat sich die Gesellschaft dahingehend entwickelt, das Senioren heute sich für einen freiwilligen Einzug in eine besonders für den Lebensabend entwickelte Einrichtung entscheiden. Dies liegt schon daran, das Kindern oder Enkelkindern aus beruflicher Sicht kaum eine intensive Pflege möglich ist. Um nicht das Gefühl zu haben, die Kinder zu belasten, entscheiden sich Eltern für ihr eigenes Reich in einer Senioreneinrichtung.

Nur bleibt das Problem des Eigenheimverkaufs, der sich mitunter in die Länge zieht.

Fazit

Natürlich lohnt sich das Eingehen eines Risikos in verschiedensten Situationen. Der Kauf eines Eigenheims stellt jedoch eine langfristige und einschneidende Bindung dar. Eine Garantie, dass die Jahre nach dem Kauf des Hauses einwandfrei verlaufen, kann niemand geben. Daher handelt es sich beim Erwerb von einem Eigenheim um keine günstige Geldanlage.

Warum das Eigenheim keine sinnvolle Geldanlage ist

Eine optimale Geldanlage vermehrt dein Geld und schafft einen regelmäßigen, positiven Cashflow – etwa durch monatliche Mieten. Dies ist bei einem Eigenheim, das du selbst bewohnen, nicht der Fall.

An alle Zweifler noch ein letzter Hinweis:

Selbst, wenn du irgendwann deine Wohnung oder dein Haus abbezahlt hast… Zwei Dinge werden sich niemals ändern:

  • 1. Nach 15 Jahren sind Bad und Küche nicht mehr zeitgemäß. Das alles mag eine unglaubliche Menge Geld gekostet haben, du wirst allerdings niemanden finden, der dir im Falle eines Verkaufs dafür noch einen vernünftigen Preis zahlt.
  • 2. Du wirst regelmäßig Kosten dafür haben, veraltete, überholte Dinge zu sanieren bzw. zu renovieren. Auch dieses Geld muss irgendwo herkommen. Bei anderen Geldanlagen gibt es so etwas nicht.

Auch ich finde ein Eigenheim in manchen Lebenssituationen sinnvolll. Es ist völlig in Ordnung so und ich will nichts anderes. Nur müssen wir festhalten: Mit einer Geldanlage hat ein Eigenheim überhaupt nichts zu tun.

Und das sehe nicht nur ich so 🙂 Hier ein Ausschnitt aus der Fernsehsendung „Markus Lanz“ zum Thema „Zur Miete oder Eigentum?“:

Gerne würde ich deine Meinung dazu hören! Was denkst du? Ist das Eigenheim deiner Meinung nach sinnvoll oder nur eine Belastung für dein Kapital? Ich freue mich auf dein Kommentar!

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Über den Autor

Marco

Er ist Gründer von Immoanleger und selbstständiger Immobilienfachmann sowie langjähriger Immobilien Investor. Er zeigt dir, wie auch du erfolgreich in Immobilien investierst. Folge ihm auf Facebook und Twitter.

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